Inklusionspreis: Das Unternehmen Timm geht mit gutem Beispiel voran

Inklusionspreis: Das Unternehmen Timm geht mit gutem Beispiel voran
Inklusionspreis: Das Unternehmen Timm geht mit gutem Beispiel voran
Inklusionspreis: Das Unternehmen Timm geht mit gutem Beispiel voran
Inklusionspreis: Das Unternehmen Timm geht mit gutem Beispiel voran

Die Fleisch- und Wurstmanufaktur wurde mit dem ersten Inklusionspreis prämiert. Dieser würdigt die Zusammenarbeit mit schwerbehinderten Menschen.


Die Timm Fleisch- und Wurstmanufaktur wirbt auf ihrer Internetseite mit dem Motto „Der Mensch steht im Mittelpunkt“. Für das Familienunternehmen ist dieses Motto aber keine reine Floskel aus marketingtechnischen Gründen, sondern Teil der Identifikation mit den Mitarbeitern. Zehn Prozent der Belegschaft besteht nämlich aus Menschen mit einer Schwerbehinderung. Genau für dieses Engagement wurde das Unternehmen nun durch eine 18-köpfige Jury mit dem erstmals verliehenen Inklusionspreis von Stadt und Arbeitsagentur ausgezeichnet.

 

Über diese Ehrung freute sich Geschäftsführer Christian Timm sehr: „Das ist eine tolle Sache. Früher hatte ich gedacht, dass es schwierig sein könnte, Menschen mit einer Einschränkung in unserem Betrieb zu beschäftigen. Aber es funktioniert. Sie kommen mit viel Elan zu uns und sind eine absolute Bereicherung.“

 

Thema weiter öffentlich machen

Insgesamt waren zehn Unternehmen für den Inklusionspreis nominiert, der feierlich im Foyer des Trausaals im Schloss Oberhausen verliehen wurde. Dazu war auch Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz gekommen, die die Premiere als Chance ansieht, das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu bringen und mehr Unternehmen zu sensibilisieren. „Obwohl Inklusion in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein sollte, trifft dies auf die Arbeitswelt leider viel zu selten zu. Ein Preis wie dieser und das Vorbild der Nominierten kann aber dafür sorgen, dass Unternehmen Inklusion als eine Bereicherung ansehen.“

 

Auch Jürgen Koch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, weiß, dass Preise wie dieser ein wichtiger Anstoß sein können. Vorurteile, wie verminderte Leistungsfähigkeit oder erschwerte Kündbarkeit, müssten aber auch weiterhin bekämpft werden: „Es muss viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Auch ist oft eine große Sorge, dass ein Mensch mit Handicap nicht ins Unternehmen passt. Ich sage dazu immer, anders sein ist normal und das muss unbedingt verinnerlicht werden.“

 

Der Inklusionspreis wurde von den Initiatoren übrigens ganz bewusst nicht ausgeschrieben. Vielmehr betrachtete die Agentur für Arbeit ein Jahr lang Unternehmen, die sich besonders um das Thema Behinderte am Arbeitsplatz verdient gemacht haben. Für Britta Costecki, Leiterin des Büros für Chancengleichheit, ein ganz wichtiger Hintergedanke: „Viele Nominierte denken, dass sie eigentlich gar nicht soviel leisten, was natürlich nicht stimmt. Und gerade weil sie das selbst gar nicht wahrnehmen, würden sie sich wohl nicht selbst bewerben. Diese Aufgabe haben wir dann gerne übernommen.“

 

Ein erster wichtiger Schritt

Das Fazit der Veranstaltung war am Ende für alle Beteiligten eindeutig: Obwohl es mit der Firma Timm einen Gewinner gab, haben doch alle Nominierten gleichermaßen einen wichtigen Beitrag für die berufliche Integration von behinderten Mitbürgern geleistet. Christian Timm hofft auf jeden Fall darauf, dass dies aber nur ein erster wichtiger Schritt war: „Man muss es einfach machen und die Vorurteile ablegen. Die Einschränkung ist zwar da, aber wenn man die Fähigkeit rauskitzelt, die der Mitarbeiter trotzdem besitzt, dann kann man diesen genauso einsetzen wie jeden anderen im Betrieb.“

 

Quelle: https://www.waz.de/staedte/oberhausen/das-unternehmen-timm-geht-mit-gute...